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Bluetooth Helme , Bluetooth Information und die Geschichte von Bluetooth
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Dainese D-JET

Bluetooth, derzeit oft genannt und als Zaubermittel gegen Kabelsalat gelobt. Was sich hinter dieser Technik verbirgt, wo der Name herkommt und welche Probleme auftreten können, erfahren Sie in unserem kleinen Special.

Was ist Bluetooth

Bluetooth ist ein freies, nicht lizenzpflichtiges Funkverfahren, um elektronische Geräte kabellos miteinander zu verbinden, um so Sprache, Daten und Bilder über kurze Entfernungen zu übertragen. Der Vorteil gegenüber der Infrarot-Technik (IrDA) liegt darin, dass die einzelnen Geräte keinen "Sichtkontakt" benötgen und gleichzeitig mehrere Kommunikationsverbindungen bestehen können. Eine Infrarot-Verbindung läßt nur zwei Geräte für eine gleichzeitige Kommunikation zu. Weitere Vorteile wie Offenheit des Verfahrens, weltweite Frequenzverfügbarkeit, geringer Energieverbrauch und Ausbaufähigkeit von 10 auf 100m Reichweite bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Etablierung von Bluetooth.

Hintergrund

Als Namensgeber für den Kurzstrecken-Datenfunk, kurz Bluetooth, wählte der an der Entwicklung maßgeblich beteiligte schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson den dänischen Wikinger-König Harald Blaatand (= dänisch; wörtlich übersetzt heisst er Blauzahn bzw. englisch Bluetooth). Er einte gemeinsam mit seinen Verbündeten im zehnten Jahrhundert Dänemark und Norwegen und trug maßgeblich zur Christianisierung der Dänen bei und setzte damit gewissermaßen einen neuen einheitlichen Standard für die dänische Kultur. Als historisches Vorbild wurde Wikinger-König Harald Blaatand somit Namesvater für das schnurlose Funkverfahren Bluetooth.

Im Mai 1998 hat die Bluetooth Special Interest Group (SIG) den Standard erstmals vorgestellt. Die SIG wurde von Ericsson, IBM, Intel, Nokia und Toshiba gegründet. Die Unternehmen verfolgten die Idee, eine energiesparende Funkverbindung zu schaffen, die Kabelverbindungen auf kurzer Distanz vollständig ersetzt. Mittlerweile gehören der SIG weitere Partner an wie 3Com, Lucent, Microsoft, Motorola, B & O, Volvo und Sony - insgesamt über 1900 Unternehmen aus der Informations- und Kommunikations-branche, der Unterhaltungselektronik und dem Fahrzeugbau. Allerdings haben sich die Hoffnungen auf eine schnelle Verbreitung bisher nicht ganz erfüllt. Haupteinsatzzweck von Bluetooth ist derzeit der Mobilfunk, wo die Technik etwa für Headsets oder Freisprechanlagen im Auto genutzt wird.

Technik

Bis zu acht Geräte können wechselseitig miteinander kommunizieren, dabei stehen unter anderem folgende Dienste zur Verfügung: Audio-Gateway (PC), Drucken, DFÜ-Netzwerkverbindungen, Fax, Kopfhörer, Netzwerkzugang, PIM-Objektübertragung und Synchronisation (PIM = Personal Information Manager), serieller Bluetooth-Anschluss, Datenaustausch zwischen Notebook, PDA und Handy usw.. Die Möglichkeiten zur Kommunikation sind vielfältig und werden ständig erweitert. Besitzt man zwei bluetooth-fähige Geräte, so steht vor der Kommunikation zu nächst die Koppelung der Geräte. Dabei müssen sich die Hardware-Komponenten über einen "Erkennungsmodus" zunächst finden und dann über einen Authorisierungscode verifizieren, damit es keine ungewollten Fremdkopplungen mit anderen Geräten gibt.

Sind die Geräte "gepaired" (= gepaart), steht der kabellosen Verbindung nicht mehr im Wege. Theoretisch. Auf Grund des geringen Preises für moderne Bluetooth-Chips ist eine Integration in beinahe alle Geräte möglich. Damit aber auch alle Geräte untereinander kompatibel sind, kommt es entscheidend auf den richtigen Software-Stack an und genau hier treten die Probleme auf.

Spezialfall Nokia 7650: Das Nokia 7650 verfügt ebenfalls über einen Bluetooth-Chip, jedoch ist eine Headset-Anbindung nicht möglich. In unserem Test haben wir das Sony Ericsson HBH-30 Bluetooth-Headset zur Erkennung freigegeben, um es an das Nokia 7650 zu koppeln. Vergeblich. Das Headset wird zwar erkannt, aber eine Kopplung ist laut Hersteller (siehe Anleitung) nicht vorgesehen und es wird explizit darauf hingewiesen, dass das Bluetooth-Headset-Profil nicht unterstützt wird.

Wie bitte? Ist das nicht genau der Sinn von Bluetooth? Offensichtlich nicht bei den Finnen, denn unseren Informationen zu Folge wurde in das Nokia 7650 die ältere Bluetooth-Version 1.0b anstelle der momentan aktuellen Version 1.1 integriert. Vielleicht bessert Nokia noch nach, aber für ein Smartphone ist dieses Ergebnis eher peinlich.

Zurück zur Technik: Bluetooth ist die drahtlose Alternative zu drahtgebundenen Verbindungen über ISDN (Integrated Service Digital Network), LAN (Local Area Network) oder xDSL (X Digital Subscriber Line). Übertragen wird mit einem besonders robusten Modulationsverfahren, dem Frequency Hopping. Dabei nutzt Bluetooth ein auf der ganzen Welt lizenzfreies, so genanntes "Industrial, Scientific, Medical"-(ISM-)Frequenzband zwischen 2,402 und 2,480 GHz auf von Fall zu Fall gewählten 32 von 79 je ein Megahertz breiten Kanälen. Bluetooth erlaubt Punkt-zu-Punkt- und Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen, also die bereits angesprochene, gleichzeitige Verbindung mit mehreren Nutzern. Die Bluetooth-Technik wurde so konzipiert, dass Daten - gleichgültig ob Sprache oder Bilder - mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Mbit/s in einer Entfernung bis zu zehn Metern übertragen werden können. Das entspricht der 15-fachen Geschwindigkeit von ISDN. Mit zusätzlichen Verstärkern lässt sich die Reichweite sogar auf bis zu 100 Meter erweitern.

Fazit

Eine Technik mit viel Potential. Günter Jauch outete sich erst kürzlich in seiner abendlichen Spielshow mit den Worten "ach Bluetooth, das funktioniert bei mir zu Hause noch alles nicht". Ein Zeichen dafür, dass sicher noch einige Entwicklungsarbeit nötig ist, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, denn auch studierte Jounalisten haben ein Recht auf kabelfreie Wohnzimmer. Funktioniert Bluetooth aber erst einmal wie gewünscht, kann man sich schnell an das fehlende Kabelwirrwarr gewöhnen und freut sich über schnelle Verbindung.


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Aktualisiert am 11.02.2009